Amsterdam die Cannabishauptstadt
Der Sommer ist da, und nachvollziehbarer Weise steht auch in diesem Jahr bei vielen Hanffreunden die Cannabishauptstadt Amsterdam auf der Liste der favorisierten Urlaubsziele wieder ganz weit oben. Doch während es aus vielen Ländern, vor allem den Vereinigten Staaten und Spanien, nahezu ausschließlich positive drogenpolitische Neuigkeiten gibt, läuft es in den Niederlanden in letzter Zeit diesbezüglich alles andere als rosig. Viele neue Regelungen bzw. Verschärfungen sind bereits in Kraft getreten, und es stellt sich die Frage, ob sich Amsterdam als touristisches Ausflugsziel überhaupt noch lohnt.
Drogenpolitik
Wohl keine andere politische Debatte hat in den letzten Monaten so viele Verwirrungen, Missverständnisse und Unklarheiten ausgelöst, wie die der niederländischen Drogenpolitik. Der aktuelle Stand der Dinge sieht nun so aus, dass die jeweiligen Gemeinden und Provinzen selbst entscheiden können, wie sie es mit ihren Coffeeshops handhaben möchten. So wurde in den Städten Maastricht und Venlo der zum Scheitern verurteilte „Wietpas" eingeführt (das haben inzwischen auch die niederländischen Politiker verstanden), der ausschließlich registrierten Hanfkonsumenten mit niederländischer Staatsbürgerschaft einen Zutritt in die Coffeeshops erlaubt. Andere Gemeinden, wie beispielsweise Nijmegen (Nimwegen), haben den „Wietpas" zwar abgelehnt, halten aber an dem so genannten 1-Kriterium fest, dessen Re-gelung ebenfalls vorsieht, dass Canna-bisprodukte nur noch an Personen mit niederländischem Pass verkauft werden dürfen. Und dann gibt es, zumindest im Moment noch, einige andere Städte, wie Amsterdam, Arnhem (Arnheim), Haarlem, Groningen, Rotterdam, Zandvoort u. a., die in einer drogenpolitischen Veränderung keinen Sinn erkennen können und nach wie vor Touristen aus aller Herren Länder in ihren Coffeeshops herzlich willkommen heißen. Die 15-Prozent-THC-Regelung, von der vor nicht alt zu langer Zeit die Rede war, ist zumindest bis dato noch nicht in Kraft getreten. Wer sich in Sachen „niederländische Drogenpolitik" auf dem Laufenden halten möchte, dem sei der Besuch von www.keinwietpas.de nahegelegt. Diese Homepage ist eine her-vorragend recherchierte sowie stets aktu-alisierte Informationsmöglichkeit.
Coffeeshops
Obwohl die Anzahl von Coffeeshops in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, gibt es in Amsterdam immer noch eine unüberschaubare Fülle an Cannabis-Verkaufsstellen. So sind es im Jahre 2013 noch über zweihundert Coffeeshops, welche die Touristenherzen höher schlagen lassen. Geographisch sind die Lokale zwar in der ganzen Stadt verteilt, die meisten davon befinden sich aber im Zentrum, unweit der Central Station. Dies sind jedoch auch die teuersten und vollsten, die von den Touristenmassen förmlich überrannt werden. Ruhiger, etwas günstiger und lokaler geht es in den Coffeeshops am Rande des Zentrums zu, beispielsweise in den Stadtteilen Joordan oder De Pijp. Empfehlenswert in Sachen guter Atmosphäre, sehr freundlichem sowie fachkompetentem Personal und einem für Amsterdamer Verhältnisse or-dentlichen Preis- Leistungsverhältnis ist beispielsweise der Coffeeshop Mellow Yellow. Dieses 1972 von dem bekannten Hanfaktivisten und grow!-Autoren Wer-nard Bruining gegründete Cannabislokal ist übrigens das allererste seiner Art und durch seinen urigen Flair und die ti-betischen Wandmalereien wirklich über-zeugend.
In keiner anderen niederländischen Stadt, in der es Coffeeshops gibt, variieren Preis und Qualität der Rauchware so stark, wie in Amsterdam. Selbst dann, wenn es sich angeblich um dieselbe Sorte handelt. So können (müssen aber nicht) der „Libanese" oder der „Super Pollen", die es im Zentrum für zehn Euro das Gramm zu kaufen gibt, durchaus schlechter und möglicherweise ganz anderer Qualität sein, wie jene Sorten, die man in einem abgelegenen, touristisch unerschlossenen Coffeeshop für sieben Euro kaufen kann. Echten Schrott, wie stellenweise auf den internationalen Schwarzmärkten im Umlauf, gibt es in den Coffeeshops allerdings nicht zu kaufen. Alle Shops haben verschiedene Gras- und Ha-schischsorten auf der Menükarte, wobei die Auswahl in den einzelnen Shops auch hier sehr unterschiedlich sein kann. Während man sich in dem einen beispielsweise zwischen fünf Gras- und drei Haschischsorten entscheiden darf, gibt es in anderen Shops eine Auswahl mit bis zu dreißig oder mehr Sorten. Was es bedeutet, die Qual der Wahl zu haben, kann bei solch umfangreichen Menükarten sehr leicht in Erfahrung gebracht werden. Darüber hinaus werden in einigen Shops Space Cakes für etwa fünf Euro pro Keks oder Muffin sowie sehr starke Cannabisextrakte, wie Ice-O-Lator-Hasch oder Wax verkauft, die einen THC-Gehalt von bis zu 7o Prozent aufweisen können. Diese Extrakte sind in der Wirkung sehr stark und nicht gerade preiswert. Ein Gramm Ice-O-Lator- oder Waterhash kostet im Durchschnitt zwanzig bis dreißig Euro und ein Gramm Honey-Oil, Wax oder Gas-O-Lator, wie es in den Shops ge-nannt wird, ist zwischen dreißig und hun-dert Euro pro Gramm erhältlich. Auf eini-gen Menükarten steht sogar fettgedruckt der Hinweis, dass diese extrahierten Pro-dukte nur für erfahrene Raucher geeignet sind. Im Sinne des Jugendschutzes wird in fast allen Amsterdamer Coffeeshops sehr streng auf die Einhaltung der Alterskontrollen geachtet. Also: Personalausweis nicht vergessen, auch wenn man die Al-tersgrenze schon lange überschritten hat.
Smartshops und Samenbanken samenwahl
Als sogenannte Smartshops werden in den Niederlanden Ladengeschäfte be-zeichnet, die legale Rauscherzeugnisse verkaufen. Seitdem aber in den Nieder-landen 2008 der Verkauf sowie der Besitz psilocybinhaltiger Pilze verboten wurde, ist auch die Zahl solcher Fachgeschäfte enorm gesunken. Nichts desto trotz sind in Amsterdams Zentrum noch einige solcher Smartshops zu finden, wie beispielsweise die Magic Mushroom Gallery (Spuistraat 249). Zum Sortiment solcher Geschäfte gehören psilocybinhaltige Trüffel (Sclerotia, Philosophers Stones, Stein der Weisen), Magic-Mushroom-Anzuchtboxen, meskalinhaltige Kakteen wie Peyote und San Pedro, Salvia-Divinorum-Extrakte, Kratom, DMT-haltige Pflanzenpräparate (z. B. Psychotria viridis, Yopo- und Cebilsamen), MAO-Hemmer (z. B. Banisteriopsis caapi), diverse Heilkräuter mit entspannender Wirkung (z. B. Baldrian), natürliche Aphrodisiaka (z. B. Maka, Damiana, Catuaba), LSA-haltige Samen (z. B. Ololiuqui, Hawaiian Woodrose), Herbal Ecstasy, Herbal Speed etc. pp.
amenbanken und Seedshops befinden
sich ebenfalls in ausreichender An-zahl im Herzen von Amsterdam. So gibt es zum einen Filialen der einzelnen Sa-menbanken bzw. Seedbreeder (DNA Ge-netics, Dutch Passion, Paradise Seeds, Royal Queen Seeds, Sensi Seeds, T. H. Seeds, usw.) und zum anderen Geschäfte, die sämtlichen Schnickschnack an Souvenirartikeln bis hin zu magischen Trüffeln und Cannabissamen diverser Samenbanken sowie alles Mögliche verkaufen.
Sehenswürdigkeiten, Ausgeh-und Shoppingmöglichkeiten eben den zahlreichen Coffeeshops bietet tet Amsterdam auch weitere tolle Sehenswürdigkeiten sowie Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten. Langeweile dürfte auch bei längeren Aufenthalten also keine aufkommen. Beispielsweise gibt es viele interessante Museen, Geschäfte, Clubs, Restaurants, und im Sommer la-den schöne Parks auf einen Spaziergang oder „ChillOut" im Freien ein. Neben den verhältnismäßig teuren Museen, wie dem Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett und dem Vincent van Gogh Museum, gibt es einige weitere Museen mit modera-teren Eintrittspreisen, deren Besuch sich ebenfalls in jedem Fall lohnt.
Ein absolutes Muss für alle Hanffreunde ist natürlich ein Besuch im Hash, Marihuana and Hemp Museum (Oudezijds Achterburgwal 148) von Sensi Seeds, welches sich direkt im Herzen des Rot-lichtviertels befindet und seit 1985 sei-nen Besuchern einen umfangreichen Ein-blick in die Materie Hanf bietet (siehe dazu auch unseren Artikel in der grow! 5/12). Hier erfährt man für ein Eintritts-geld von neun Euro alles über die The-menblöcke Industriehanf, Cannabis und Kultur, Cannabis als Nahrungsmittel und Cannabis als Medizin. Das Hanfmuseum hat täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Gleich ein paar Häuser weiter in derselben Straße, ebenfalls einen Be-such wert, befindet sich das Cannabis College (Oudezijds Achterburgwal 124). Hier gibt es kostenlosen Zugang zu einer kleinen Ausstellung, welche verschie-dene Aspekte der Hanfpflanze beleuch-tet, ähnlich dem Hanfmuseum. Fragen rund ums Thema werden von den hilfs-bereiten Mitarbeitern jederzeit gerne be-antwortet. Desweiteren gibt es hier eine beachtliche Auswahl an mehrsprachiger Literatur sowie eine einladende Sitzecke. Wer möchte, kann es sich im Cannabis College auf der Couch bequem machen, Joints rauchen und dabei ein passendes Buch zum Thema lesen. Für einen Obolus von drei Euro gibt es hier zudem die Möglichkeit, den Vaporisator (Verdampfer) mit Schlauch oder Ballon zu nutzen und sich die kleine Plantage im Keller anzuschauen. Öffnungszeit täglich von 11 bis 19 Uhr. Ein weiteres Highlight, ebenfalls ein Muss für alle Hanffreunde, Goapartyfans sowie Naturwissenschaftler, ist das fluoreszierende Kunstmuseum Electric Ladyland (Tweede Leliedwarsstraat 5), das sich mitten im Stadtbezirk Joordan befindet. Zu sehen gibt es beispielsweise eine selbst gestaltete Landschaft aus flu-oreszierendem Material, jede Menge Na-tursteine und Minerale, die unter ultraviolettem Licht faszinierend schön leuchten, sowie viele weitere spannende Ausstellungsstücke (Geldscheine, Kreditkarten, Bilder) mit fluoreszierenden Eigenschaften. Nick Padalino, der sehr freundliche Inhaber dieses kleinen Schmuckstücks, erklärt mit großer Leidenschaft seine Kunst bis ins Detail und seine Geschichten über das Auftreiben der jeweiligen Steine, beispielsweise wie er nachts mit einer kleinen Schwarzlichtröhre bewaffnet auf der Suche nach fluoreszierenden Mineralien über die Höhen des indischen Himalaya gekrochen ist, sind wirklich spannend und amüsant zugleich. Diens-tags bis samstags ist das Museum von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt fünf Euro. Das Torture Museum (Singel 449), sei allen Mittelalterfans und Geschichtsinte-ressierten empfohlen. Wer etwas über die Historie sowie die verschiedenen Anwendungsbereiche von Foltermetho-den erfahren möchte, ist hier genau rich-tig. Natürlich gibt es auch jede Menge angsteinflößende Folterinstrumente zu begutachten, beispielsweise den Inqui-sitionsstuhl und den Schädelbrecher. Für ein Eintrittsgeld von 8,5o Euro pro Person kann das Museum täglich von 10 bis 23 Uhr besichtigt werden. Das Coca Leaf Experience (Warmoesstraat 32) ist Museum und Geschäft zugleich und ebenfalls einen Besuch wert. Während man im Museum einiges über die Cocapflanze sowie deren traditionelle Nutzung als Pflanze sowie als Rauschmittel erfährt, kann man im Geschäft spezielle Energydrinks und Spirituosen der Firma AGWA erwerben.
Auch die beiden Museumsklassiker Ero-tikmuseum (Oudezijds Achterburgwal 54) im Rotlichtviertel sowie das Sexmu-seum (Damrak 18) haben im Jahre 2013 ebenfalls noch beide ihre Pforten geöff-net. Während man im seriöseren Sexmuseum für vier Euro alles über Sexualität als Teil der menschlichen Geschichte erfährt, wirkt das Erotikmuseum für teuer erscheinende sieben Euro mit den vielen Skulpturen und dem Cartoon-Zimmer, sehr kitschig und ein wenig schmuddelig. Das Sexmuseum hat täglich von 11 bis 23.3o Uhr geöffnet. Das Erotik Museum etwas länger, unter der Woche von 11 bis
1 Uhr und am Wochenende sogar bis um
2 Uhr in der Früh. Die Besucher müssen mindestens sechzehn Jahre alt sein.
Na klar, Amsterdam ist eine Weltstadt, und was wäre eine solche ohne trendige Szeneläden. Diese gibt es in Amsterdam natürlich massenweise. Moderne Modeläden, Rockabilly Geschäfte im Retro Stil und andere Szeneläden, Comic-shops, „Souvenir"-Verkaufsstellen sowie jede Menge Sexshops machen Amsterdam zum perfekten Shoppingparadies.
Wer sich beispielsweise für die tibe-tische Kultur interessiert, wird in dem kleinen Tibetwinkel (Spuistraat 185a) sicher etwas Schönes finden. Hier gibt es von handgemalten Thangkas, Postkarten, Postern bis hin zu Räucherstäbchen, Gebetsmühlen und Gebetsfahnen alles, was in irgendeiner Form mit der „aussterbenden" Hochgebirgskultur zu tun hat. Die Erlöse werden zu einem großen Teil der tibetischen Flüchtlingshilfe gespendet, weshalb sich ein Besuch in diesem kleinen Laden wirklich lohnt. Das Geschäft Hempworks (Nieuwen-dijk 13) befindet sich im alten Zentrum und verkauft neben Hanfprodukten auch Klamotten und Accessoires aus umweltfreundlichem Bio-Hanf, Bio-Baumwolle und Bio- Bambus. Einige der angebotenen Kleidungsstücke verfügen sogar über eingenähte Geheimtaschen. Wofür denn das bloß? Wer Abends mal keine Lust auf einen Coffeeshop- oder Museumsbesuch hat und richtig Party machen will, kann sich beispielsweise auf Konzerte und Veranstaltungen in der Lokation Melkweg (Lijnbaansgracht 234) freuen. Die „Milchstraße", einstige Molkerei, befindet sich am Rand des Zentrums und bietet neben einem Kino und einem Theater, fast jeden Abend ein wechselndes Live-Musikprogramm. Während an einem Abend Punkbands ihr Können zum Besten geben, wird am folgenden Tag auf Reggae, Hiphop oder Rock getanzt. Zum Recherche-Zeitpunkt beispielsweise war Reggae-Abend, und zu Gast im Amsterdamer Melkweg waren die Beiden Jamaikaner U-Roy und Yellowman. Rock'n'RollLiebhaber und Popfans werden möglicherweise auch das Paradiso (Weteringschans 6-8) für ein gutes Konzert bzw. für eine wilde Partynacht, in betracht ziehen. In der ehemaligen Kirche gibt es nahezu jeden Abend ein wechselndes Musik- und Kulturprogramm. Selbst Musikgrößen wie die Sex Pistols, Nirvana, Rolling Stones, Eric Burdon, Pearl Yam, Metallica und Amy Winehouse haben schon in dieser angesagten Lokation gerockt. Und Leute, die weder Lust auf Party, Konzerte, volle Coffeeshops, Rotlichtviertel oder Museumsbesuche haben, sondern einfach nur im Freien entspannen und zum Beispiel ein Buch lesen möchten, denen sei der Vondelpark empfohlen. Dieses atmosphärisch sehr reizvolle Stück Grün befindet sich im Stadtteil Oud-Zuid und umfasst eine Gesamtgröße von insgesamt 47 Hektar, was es zum größten und be-liebtesten Park in Amsterdam macht. Vor allem im Sommer sowie an sonnen-reichen Frühjahrs- und Herbsttagen er-innert die Atmosphäre ein wenig an ein Festival oder eine große Party. Überall wird miteinander gespielt, gegrillt, ge-schwätzt, geraucht, jongliert, getanzt und musiziert, kurzum: das Leben genossen. Es gibt zwar noch andere Stadtparks in Amsterdam, wie beispielsweise den Wester- und den Oosterpark, welche zwar ebenfalls sehr schön sind, aber in Punkto Atmosphäre nicht mit ihrem großen Bruder mithalten können. Im Vondelpark ist es seit dem Jahre 2008 sogar für hetero-sowie homosexuelle Paare von Seiten der wohl liberalsten Stadt der Welt offiziell erlaubt, öffentlich Geschlechtsverkehr zu haben. Allerdings nur in den Abend-und Nachtstunden, nicht in der Nähe von Spielplätzen und angefallener Müll muss natuurlijk beseitigt werden.
Vegetarische und vegane Essgelegenheiten
Die Heißhungerattacke ist die wohl be-kannteste Nebenwirkung des Canna-bisgenusses, weshalb sie auch bei einem Amsterdam-Trip, zumindest bei den meisten Besuchern, unausweichlich vorprogrammiert zu sein scheint. Wer sich dabei aber selbst, also seiner Gesundheit sowie seiner Umwelt etwas Gutes tun und der Massentierhaltung sowie der Regenwaldrodung entgegenwirken möchte, geht aber nicht zur Dönerbude, McDonalds oder Burger King essen, sondern nutzt die vegetarischen Essgelegenheiten, welche sich in der ganzen Stadt verteilen. Der wohl bekannteste Anbieter für vegetarisches Essen ist die Fast Food Kette Maoz, wovon gleich mehrere Filialen in Amsterdams Stadtzentrum existieren. Für 4,90 Euro gibt es Falafel im Pitabrot, welches nach eigenen Vorlieben mit allem erdenklichen Gemüse gefüllt wer den kann. Eine sehr leckere, gesündere und erschwingliche Alternative zum Döner. Vegan lebenden Tierfreunden sei das Restaurant bzw. der Imbiss Terra Zen Centre (Sint Jacobstraat 19), welches sich in Nähe des Dam Squares befindet, empfohlen. Das an die japanische und karibische Küche angelehnte Menü ist umfangreich und erfüllt das Herz eines jeden Veganers. Hier gibt es Misosuppe, verschiedene Burger (Tempeh, Saltan, Tofu, Vegan Chicken), Nudelgerichte, organische Getränke, und zum Nachtisch wartet ein hausgemachter Schoko- oder Bananenkuchen auf seinen Verzehr. Alle Speisen sind zu 100 Prozent vegan, also ohne irgendwelche Produkte aus tierischem Erzeugnis. Die Preise liegen bei etwa zehn Euro für ein Hauptgericht. Das De Peper (Overtoom 301) ist kein Restaurant im eigentlichen Sinne, sondern ein kollektiv organisiertes, Non-Profit-Projekt. Hier gibt es für moderate Preise ein sehr leckeres Menü, bestehend aus einer Suppe sowie der Hauptspeise und gegebenenfalls einem Dessert. Das Menü ist loo Prozent vegan. Wer Interesse an einem sehr leckeren, veganen Abendessen hat, sollte jedoch nicht vergessen, sich vorher telefonisch anzumelden bzw. zu reservieren, damit die freiwilligen Köche besser planen können.
Rohköstler dürften sich im Alchemist Garden Restaurant (Overtoom 409) bestens aufgehoben fühlen. Zur Auswahl stehen entweder eine Rohkostplatte mit allen erdenklichen Leckereien und diverse Snacks, wie beispielsweise der Club Sandwich und der Hamburger. Im Alchemist Garden Restaurant gibt es außerdem vegane und laktosefreie Eiscreme.
Bei Bagels and Beans (Raadhuisstraat 18) kommen Fleischesser, Vegetarier und Veganer gleichermaßen auf ihre Kosten. Sehr leckere Bagels, Müsli sowie ein veganes Frühstück stehen für angemessene Preise auf dem Menü. Wenn der Humus ausgegangen ist, könnten Vega-ner möglicherweise jedoch ein kleines Problem haben. Im Süßwarenladen Candyfreaks (Nieuwe Hoogstraat 4 A) gibt es neben veganen auch vegetarische, biolo-gische, koschere, farbstoff-, zucker-, lak-tose, gluten- und gelatinefreie Süßigkeiten sowie HalalSüßwaren in allen erdenklichen Variationen. Vom Marshmallow bis hin zu den berühmten Colaf-Täschchen und klassischen Gummibärchen gibt es hier einfach alles.
Günstige Schlafoptionen
Tendenziell ist Amsterdam in Sachen I Unterkunft und Übernachtung nicht preiswert. Reicht das Geld für ein Hotel-zimmer nicht aus, gibt es aber zum Glück bezahlbare Alternativen. Zu solchen Al-ternativen zählen beispielsweise die vielen Hostels, welche sich in den Touristenmeilen befinden. Hier kann man sich für 15 Euro ein Bett in einem Mehrbettzimmer mieten oder für etwas mehr Geld ein Doppel- oder Einzelzimmer. Abschrecken könnte möglicherweise das strikte Rauchverbot, das in nahezu allen Hostels herrscht. Daran sollte man sich nach Möglichkeit auch halten, da es sonst teuer werden kann. Der Campingplatz Zeeburg ist eine weitere gute und Hanffreunden gegenüber sehr tolerant eingestellte Übernachtungsmöglichkeit. Die Campinganlage befindet sich direkt am Wasser, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt und ist mit der Tram innerhalb einer Viertelstunde zu erreichen. Der Platz hat das ganze Jahr über geöffnet und verfügt neben der Campingwiese, auch über einige Wohnhütten sowie Bauwagen für zwei und mehr Personen, welche sich für erschwingliche dreißig Euro (zwei Personen) pro Nacht mieten lassen. Die beheizbaren Hütten und Bauwagen machen diesen Campingplatz auch in den kalten Wintermonaten als Übernach-tungsmöglichkeit attraktiv. Während der Campingplatz Zeeburg tendenziell eher von jüngeren Touristen in Partylaune fre-quentiert wird, geht es auf dem Camping-gelände Vliegenbos in Amsterdam-Noord ruhiger und möglicherweise auch famili-enfreundlicher zur Sache. Für eine Nacht im eigenen Zelt bezahlt man auf dem Cam-pingplatz Vliegenbos acht Euro pro Nase. Was wäre die liberalste Stadt der Welt ohne die sogenannten Coffeeshophotels. Hierzu gehören das Greenhouse Effect, das Voyagers Hotel sowie das Bulldogs Hotel. Allerdings ist eine Nacht in einem solchen Hotel nicht gerade günstig. Eine Matratze im Mehrbettzimmer kostet im Bulldogs dreißig Euro pro Nacht und eine Nacht im Einzelzimmer ungefähr hundert Euro. Das von Mila Jansen (grow!-Lesern auch als Autorin bekannt) geführte Hemp Hotel (Frederiksplein 15) ist selbstverständlich ebenfalls sehr empfehlenswert, allerdings übertrifft die Nachfrage bei weitem die Anzahl der Zimmer, die dieses kleine und schmale, aber sehr populäre Hotel zur Verfügung stellt. In Anbetracht dessen befindet sich auf der Homepage des Hemp Hotels auch der Hinweis, dass sich der Umzug in ein größeres Gebäude bereits in Planung befindet. Für angemes-sene 6o (Einzelzimmer) bis 75 Euro (Dop-pelzimmer) lässt sich in einem der The-menzimmer (Karibik, Tibet, Afghanistan, Indien, Marokko) hervorragend schlafen. Zudem gibt es hier eine einladende Bar, und fast alles, was im Hotel verwendet wird, seien es Textilien oder die Seife für die Gäste, besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Hanf.
Umgebung
Wer mal aus Amsterdam raus will und sich abseits der Touristenmassen bewegen möchte, dem sei ein Besuch der von Amsterdam aus zwanzig Kilometer entfernten Stadt Haarlem nahegelegt. Haarlem ist eine 150.000 Einwohner starke Großstadt und mit dem Zug innerhalb einer Viertelstunde von der Amsterdamer Central Station aus zu erreichen. Mit den vielen Grachten beispielsweise ist Haarlem vom Stadtbild gesehen seinem großen Bruder Amsterdam sehr ähnlich. Der größte Unterschied zwischen den beiden Städten ist wahrscheinlich die Anzahl der Touristen, denn die verlaufen sich nur sehr selten nach Haarlem. Die Haarlerner Coffeeshops, insgesamt gibt es noch über zehn solcher Lokale, haben im Gegensatz zu denen in Amsterdam allesamt ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis in Bezug auf die verkauften Cannabisprodukte, was man in Amsterdam leider nicht immer behaupten kann. Auch sind die Shops bei weitem nicht so überfüllt, was natürlich an den wenigen Touristen liegt, die sich in Haarlem rumtrei-ben. Da Amsterdam nur unweit von der Nordsee entfernt liegt, ist es an schönen Sonnentagen ebenfalls möglich, einen Tagesausflug an die Küste zu unterneh-men. Hierfür bietet sich beispielsweise ein Besuch der Stadt Zaandvoort an, welche sich direkt am Meer befindet. Neben zwei für Touristen noch geöffneten Coffeeshops bietet Zaandvoort heftigen Wind, lange Sandstrände sowie weitläufige Dünenlandschaften, welche hervorragend für Spaziergänge oder Radtouren geeignet sind. Im Sommer jedoch ist es in der Stadt, die zu einem großen Teil vom Tourismus lebt, brechend voll. Außerhalb der Saison lässt sich in der 16.0oo Einwohner zählenden Gemeinde, die sich eine dreißigminütige Zugfahrt entfernt von Amsterdam befindet, aber durchaus eine schöne Zeit verbringen.
Fazit
Kommen wir auf die Frage zurück, ob sich Amsterdam auch im Jahr 2013 aufgrund des drogenpolitischen Wandels als touristisches Ausflugsziel überhaupt noch lohnt. Die Antwort ist ganz klar JA, denn von den drogenpolitischen Verschärfungen, die in letzter Zeit in den Niederlanden die Runde machen, ist in Amsterdam noch nicht viel zu spüren. Außer natürlich, dass es keine Pilze mehr, sondern nur noch so genannte Trüffel (also die Pilz-Sklerotien), zu kaufen gibt, und das einige coole Coffeeshops aufgrund der „Abstandsregelung" mittlerweile verschwunden sind. Amsterdam ohne Coffeeshops und Touristen aus der ganzen Welt lässt sich, zugegeben, nur schwerlich vorstellen. Doch wie lange Amsterdam noch als die Cannabishauptstadt Nummer eins gilt und die Herzen alter Hanffreunde erfüllt, ist in Anbetracht der niederländischen Verschärfungen bezüglich ihrer Drogenpolitik sowie der gleichzeitigen Liberalisierung in anderen Ländern, sehr ungewiss. Es ist anzunehmen, dass Amsterdam in den nächsten Jahren von anderen europäischen oder amerikanischen Städten vom „Cannabisthron" geschubst wird. Wie die Recherche zeigt, gibt es aber außer den ge-mütlichen Coffeeshops auch eine Vielzahl an weiteren außergewöhnlichen Sehens-würdigkeiten, die absolut einzigartig und in dieser Form nur im liberalen Amsterdam zu finden sind. Deshalb nichts wie hin, bevor es diese Stadt, zumindest so wie wir sie heute kennen und lieben, plötzlich nicht mehr gibt.
Bis zum Jahr 2015, so Amsterdams Bürgermeister Eberhard van der Laan, ist für ausländische Touristen der Zugang in die Coffeeshops auf jeden Fall noch erlaubt. cannabis autoflowering guide

